AKW Fessenheim: “Wir wurden hinters Licht geführt”

Der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen, Thomas Marwein (Offenburg), begrüßt die Signale der französischen Regierung, das störanfällige Atomkraftwerk Fessenheim nun doch schon Ende 2016 abzuschalten.

Die französische Ministerin Emmanuelle Cosse (Grünen) hatte dies am Wochenende in einem Interview der Sender RTL und LCI sowie der Zeitung Le Figaro angekündigt.

Thomas Marwein: „Ich freue mich, wenn die französische Regierung ihre ursprüngliche Zusage einer Schließung in wenigen Monaten einhalten will. Nachdem zwischenzeitlich allerdings auch schon von Ende 2018 die Rede war, sollten Präsident François Hollande und Umweltministerin Ségolène Royal die Aussage von Ministerin Cosse bestätigen.“ Marwein kündigte an, dass die grün-rote Landesregierung auf diese Bestätigung drängen werde. Marwein hatte gemeinsam mit dem Umweltausschuss des Landtags im September 2014 das AKW Fessenheim besucht. Der damalige Direktor des AKWs versicherte, dass Fessenheim eines der sichersten Atomkraftwerke Frankreichs sei. „Wir sind hinters Licht geführt worden. Selbst als Laie konnten wir die wirklich alten Bauteile, Maschinen und Apparaturen klar erkennen“, so Thomas Marwein.

„Die Menschen im Dreiländereck wollen, dass ihre Sicherheit Vorrang hat“, sagte Thomas Marwein abschließend. Dies gelte umso mehr, nachdem bekannt wurde, dass ein Störfall im Jahre 2014 von der französischen Atomaufsicht heruntergespielt worden war. Bereits im Dezember 2015 hatte ein Gutachten des Atomexperten Manfred Mertins bestätigt, dass die sicherheitstechnischen Einrichtungen zur Wärmeabfuhr sowie der Notstromversorgung große Defizite aufweise. Eine ausreichend zuverlässige Störfallsicherheit sei nach deutscher Rechtsauffassung nicht gegeben, heißt es in dem Gutachten.